Ursprünge

Silvanité begann lange bevor es einen Namen hatte.

Als Teenagerin wurde bei mir Hyperosmie diagnostiziert – ein ungewöhnlich ausgeprägter Geruchssinn, ausgelöst durch eine genetische Variation, die Nervenreize intensiver weiterleitet als üblich. Plötzlich ergaben Migräne, Überreizung und seltsame Wahrnehmungen Sinn – ebenso wie der Trost, den ich in Düften fand.

Was sich zeitweise überwältigend anfühlte, erwies sich mit den Jahren als stille Stärke. Duft zeigte sich als präzises, vielschichtiges Medium – fähig, Erinnerung, Atmosphäre und Emotion mit überraschender Klarheit zu transportieren.

In Südfrankreich, insbesondere in Grasse, vertiefte sich diese Faszination. Aus Neugier wurde Studium. Aus Studium Disziplin. Duft war kein Nebenaspekt mehr – er wurde Sprache.

Er wurde zu einer Konstante. Zu etwas Verlässlichem, wenn die Welt zu intensiv wurde. Ich schrieb frühe wissenschaftliche Arbeiten über die Neurowissenschaft des Parfums und entwickelte im Stillen weiter eigene Kompositionen – kleine, kontrollierte Experimente. Der Gedanke, etwas Eigenes zu schaffen, blieb stets präsent.

Silvanité ist das Ergebnis dieser Beharrlichkeit – ein alter Kindheitstraum, getragen von meinem größten Trost und einer Faszination für alte, beinahe alchemistische Vorstellungen von Transformation.

Der Name Silvanité entstand als Familienwitz: eine Verbindung aus den eigenen schweizerischen und französischen Wurzeln, einer Vorliebe für Latein und einem Wortspiel mit Eitelkeit (meiner Lieblingssünde) – eine diskrete Anspielung auf einen gewissen genialen Film.

Es bleibt bewusst ein kleines Atelier. Jeder Duft wird im eigenen Haus entwickelt, jede Kerze von Hand gegossen und vollendet – nicht als romantische Geste, sondern als Bekenntnis zu Urheberschaft und kreativer Autonomie.

Was als Last begann, wurde zum Handwerk.

Was als Obsession begann, nahm Gestalt an.